Behandlung1

  • Eine AML ist immer behandlungsbedürftig
  • Es stehen intensive und nicht-intensive Therapien zur Auswahl
  • Die Stammzelltransplantation bietet eine Chance auf Heilung, sie kann aber auch sehr belastend sein und ist mit Risiken verbunden

Die Diagnose AML ist für die Betroffenen meist ein großer Schock und kann zunächst zu Niedergeschlagenheit und Antriebslosigkeit führen. Doch gerade in dieser Situation ist es wichtig, dass Sie sich intensiv mit Ihrem Arzt beraten, um möglichst schnell mit einer passenden Therapie zu beginnen. Es gibt zwar verschiedene Unterarten von AML, aber allen ist eins gemeinsam: dass sie dringend behandlungsbedürftig sind. Welche Therapieoption infrage kommt, das muss individuell entschieden werden. Die Auswahl der Behandlung richtet sich nach einer ganzen Reihe von Faktoren, darunter die Art der AML und ihre speziellen genetischen Merkmale, die Vorgeschichte, mögliche Begleiterkrankungen, das Alter sowie der Allgemeinzustand.1

Man unterscheidet allgemein intensive und nicht-intensive Therapien

Ein wichtiger Bestandteil der Behandlung bei AML ist die Chemotherapie. Dabei wird zwischen intensiver und nicht-intensiver Therapie unterschieden. Eine intensive Chemotherapie bietet die bestmögliche Basis, um eine Stammzelltransplantation durchzuführen. Die Transplantation von Stammzellen bietet eine Chance auf Heilung, sie ist aber für Körper und Seele auch eine starke Herausforderung. Ob eine intensive Chemotherapie für Sie die richtige Wahl ist, entscheidet Ihr Arzt mit Ihnen zusammen. Dabei spielen Kriterien wie das Alter, die körperliche Fitness und Begleiterkrankungen eine Rolle. Häufig ist gerade für Patienten im hohen Alter mit Vorerkrankungen oder einer schlechten Konstitution eine Therapie sinnvoller, die weniger belastend ist.2 Eine Möglichkeit dafür ist zum Beispiel die nicht-intensive Chemotherapie. Ziel dieser Therapie ist es, die Symptome der AML zu behandeln und zum Beispiel die Lebensqualität zu verbessern. Mögliche Behandlungsformen sind zum Beispiel die Verabreichung von niedrigdosierten Chemotherapeutika oder die Gabe von sogenannten hypomethylierenden Substanzen.3

Die Therapien können auch Nebenwirkungen haben

Die unterschiedlichen Behandlungsmöglichkeiten können auch zu Nebenwirkungen führen. Ob und welche Nebenwirkungen eintreten, hängt unter anderem von den verabreichten Wirkstoffen und ihrer Dosierung ab. Außerdem reagiert nicht jeder Mensch gleich auf ein bestimmtes Arzneimittel, weshalb die Nebenwirkungen auch individuell sehr unterschiedlich ausgeprägt sind. Zudem lassen sich mittlerweile viele Nebenwirkungen mithilfe von Medikamenten in den Griff bekommen. Scheuen Sie sich nicht, vor der Therapie mit Ihrem Arzt über die möglichen Risiken der Therapie zu sprechen. Er kann Sie auch darüber informieren, ob und mit welchen gesundheitlichen Folgen zu rechnen ist.

Komplementäre Therapien als Ergänzung

Sogenannte „komplementäre Therapien“ sind alternative und naturheilkundliche Verfahren. Mit diesen Behandlungsmethoden wird versucht, die Symptome von AML und die Nebenwirkungen der Therapien zu senken. Hier gibt es in den allermeisten Fällen keine Beweise für die Wirkung durch wissenschaftliche Studien. Trotzdem kann es sein, dass Sie als Betroffener das Gefühl haben, dass Ihnen ein bestimmtes naturheilkundliches Verfahren guttut. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, welche Einflüsse bestimmte Verfahren auf Ihre Therapie haben können. 3

Die Behandlung von AML wird intensiv erforscht

An der Behandlung von AML wird intensiv geforscht, um weitere Fortschritte für Patienten zu erzielen. Das geschieht in sogenannten Therapiestudien, das sind medizinische Forschungsprogramme, in denen neue Medikamente, neue Kombinationen von Medikamenten oder neuartige Therapiekonzepte untersucht werden. Mehr dazu im Abschnitt Therapiestudien.