Hypomethylierende Substanzen (HMAs)

  • Diese Medikamente blockieren die Anlagerung von Methylgruppen an die DNA
  • Auf diese Weise verhindern sie die Deaktivierung wichtiger Gene
  • So kann sich die Blutbildung verbessern

Insbesondere Patienten, für die eine intensive Chemotherapie oder allogene Stammzelltransplantation nicht geeignet ist, kommen für eine Behandlung mit HMAs1 infrage.

Man nimmt an, dass die antineoplastische Wirkung dieser Substanzen auf verschiedenen Mechanismen beruht. Charakteristisch ist insbesondere ihre epigenetische Wirkung. Bei AML und auch bei MDS kann es zu einer verstärkten Anlagerung sogenannter Methylgruppen an das Erbmaterial, die DNA von Blutzellen, kommen. Verantwortlich für diesen Vorgang ist das Enzym „DNA-Methyltransferase“.2 Durch die Anlagerung der Methylgruppen an die DNA werden Gene abgeschaltet, die zum Beispiel für die Reifung und Entwicklung der gesunden Blutzellen und für die Unterdrückung von Tumorzellen von großer Bedeutung sind.

Es gibt Medikamente, die diese Vorgänge blockieren können. Sie werden hypomethylierende Substanzen genannt (oder auch hypomethylierende Agenzien, deshalb die Abkürzung HMA). Diese Substanzen ähneln gewissen Bestandteilen der DNA, den sogenannten Nukleosiden, und werden deshalb ins Erbgut eingebaut. Dadurch kann die DNA-Methyltransferase nicht mehr normal arbeiten. So wird verhindert, dass bestimmte Gene methyliert („abgeschaltet“) werden. Mehr noch: HMAs können auch abgeschaltete Gene wieder aktivieren und somit die gesunde Blutbildung (Hämatopoese) unterstützen.