Intensive Chemotherapie

  • Mit einer intensiven Chemotherapie ist es möglich die AML zu kontrollieren1
  • Generell kann man die Behandlung in zwei Phasen unterteilen: Induktions- und Konsolidierungsphase
  • Die Chemotherapie kann zu Nebenwirkungen wie Haarausfall und Erbrechen führen

Ziel einer intensiven Chemotherapie ist die komplette Remission, also die Zerstörung aller Leukämiezellen. Dazu setzt der Arzt als Medikamente sogenannte Zytostatika in hoher Konzentration ein. Zytostatika hindern Zellen daran, sich zu teilen. Weil Blutzellen sich häufiger teilen als die meisten anderen Zellen und Leukämiezellen sich noch häufiger teilen, hindern die Medikamente vor allem die Leukämiezellen daran, sich zu vermehren, und bringen sie schließlich zum Absterben.

Meist werden mehrere Medikamente kombiniert

Um die Wirksamkeit der Behandlung zu verbessern, werden unter anderem verschiedene Zytostatika miteinander kombiniert. Im Gegensatz zu einer Bestrahlung wirken Zytostatika im gesamten Organismus. Das ist deswegen wichtig, weil sich die Leukämiezellen über den Blutkreislauf im gesamten Organismus verteilen.

Chemotherapeutika werden häufig per Infusion und in Zyklen verabreicht

Die meisten Zytostatika werden über die Vene oder über einen zentralen Venenzugang (Port oder ZVK) verabreicht, also zum Beispiel per Infusion. Allerdings erhalten Sie bei einer Chemotherapie nicht alle Medikamente gleichzeitig. Ärzte sprechen deshalb oft von sogenannten Behandlungsschemata oder Behandlungsprotokollen. Eine Chemotherapie besteht in der Regel aus mehreren aufeinanderfolgenden Zyklen. Sie erhalten die Medikamente also nicht nur einmalig, sondern in bestimmten Abständen mehrfach hintereinander. Es gibt auch Chemotherapeutika, die in Form von Tabletten verabreicht werden.2

Zwei Behandlungsphasen: Induktions- und Konsolidierungsphase

In der ersten Behandlungsphase, der sogenannten Induktionsphase, soll innerhalb kurzer Zeit die Mehrzahl der Leukämiezellen zerstört werden. Gelingt dies, wird eine sogenannte Remission der AML erreicht, das heißt, die AML wird zurückgedrängt.2 Häufig erwischt man nicht alle Leukämiezellen, denn diese können sich vorübergehend in einen Ruhezustand begeben, in dem sie sich nicht teilen und deshalb auch nicht auf die Zytostatika reagieren. Mit weiteren und anderen Zyklen (Konsolidierungsphase) erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, die noch verbliebenen Leukämiezellen zu vernichten. So wird das Rückfallrisiko minimiert. Nach jedem Zyklus folgt eine Behandlungspause. Je nach Behandlungsprotokoll kann diese unterschiedlich lang sein, in der Regel zwischen einigen Tagen und mehreren Wochen. In den Pausen kann sich das Knochenmark von der Behandlung erholen.2 Den Leukämiezellen gelingt dies hingegen nicht, da sie viel empfindlicher auf die Medikamente reagieren. Mit einer intensiven Chemotherapie kann man eine AML zwar nicht vollständig heilen, aber immerhin zum Stillstand bringen – und den Grundstein legen für eine Stammzelltransplantation.

Die Nebenwirkungen einer Chemotherapie

Da sich Krebszellen schneller teilen als gesunde Zellen, reagieren sie auf die Zytostatika viel empfindlicher als die gesunden Zellen. Aber auch diese bleiben von der Wirkung der Krebsmedikamente nicht ganz verschont. Eine Chemotherapie kann deshalb mit verschiedenen Nebenwirkungen verbunden sein. Diese betreffen vor allem schnell wachsende Zellen, wie zum Beispiel die Schleimhautzellen im Mund und im Magen-Darm-Trakt, die Haarwurzelzellen oder die Zellen des blutbildenden Systems.1 Typische Folgen einer Chemotherapie sind beispielsweise:

  • Haarausfall
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Durchfall
  • Blutarmut
  • Erschöpfung
  • Entzündungen und Infektionen im Mundraum
  • Abwehrschwäche und erhöhte Infektanfälligkeit
  • Nervenschäden und Nervenschmerzen

Welche Nebenwirkungen eintreten, ist von Patient zu Patient verschieden. Zum einen spielt es eine Rolle, welche Zytostatika in welcher Kombination verabreicht werden, zum anderen reagiert jeder Mensch unterschiedlich auf bestimmte Medikamente. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die möglichen Risiken der Therapie. Er kann Sie auch darüber informieren, ob mit längerfristigen gesundheitlichen Folgen zu rechnen ist.