Praxistipps Pflege

  • Angehörige, die Familienmitglieder pflegen, können kostenlos an Pflegekursen teilnehmen
  • Die räumliche Umgebung sollte für die Pflege optimiert werden
  • Pflegende sollten auch an ihre eigene Gesundheit denken, denn an ihr hängt oftmals auch der Pflegebedürftige

Viele Angehörige möchten gerne die Versorgung und Pflege von ihnen nahestehenden Menschen übernehmen. Allerdings gibt es meist einige Hindernisse, die es zu nehmen gilt. Wenn Angehörige die Pflege eines Familienmitglieds übernehmen, haben sie meist keine pflegerische Erfahrung und oft wenig Hintergrundwissen. Dabei kann die Pflege ganz unterschiedliche Aufgaben und Anforderungen umfassen, z.B.: Helfen bei der Ernährung, von Kochen bis Füttern; Heben und Tragen; beim Gehen unterstützen; Körperpflege wie Waschen im Bett, Hautpflege, Intimpflege; Wäsche wechseln, An- und Ausziehen; Lagerung im Bett, um Druckgeschwüre zu vermeiden; Gabe von Spritzen in die Haut und vieles mehr. Alle diese Punkte stellen besondere Anforderungen dar, bei denen man Hilfe und Unterstützung erhalten kann, die man in Anspruch nehmen sollte.

Kostenlose Pflegekurse für Angehörige

Angehörige haben verschiedene Möglichkeiten, um sich theoretische und praktische Kenntnisse für die Pflege anzueignen. So gibt es etwa kostenlose Pflegekurse, die unter anderem von den Pflegekassen oder von verschiedenen ehrenamtlichen Organisationen angeboten werden. Hier gibt es wertvolle Tipps und Anleitungen, wie man mit bestimmten Situationen und häufigen Problemen umgehen sollte. Zudem werden individuelle Schulungen im häuslichen Umfeld des Pflegebedürftigen angeboten. Die Kurse und Schulungen erhöhen meist die Qualität der Pflege – und tragen gleichzeitig zur körperlichen und psychischen Entlastung der pflegenden Angehörigen bei.

Wichtig: Die richtige Umgebung zur Pflege schaffen

Tritt ein Pflegefall ein, gibt es im gewohnten Umfeld oft Hindernisse, über die man sich im Vorfeld nie Gedanken gemacht hat. So sollte z.B. die Wohnung oder das Haus so angepasst werden, dass der Pflege möglichst wenige Hindernisse und Risiken im Wege stehen.

Konkret bedeutet das unter anderem:

  • Lose liegende Kabel und rutschende Teppiche entfernen.
  • Zu glatte und zu unebene Oberflächen beseitigen.
  • Wege für den Pflegenden verkürzen, etwa indem man Pflegeutensilien auf einem Wagen mit Rollen abstellt.
  • Alles, was der Pflegebedürftige braucht, in möglichst kurzer Reichweite halten.
  • Das Bad, die Toilette und das Bett anpassen an das tägliche Pflegen, etwa durch das Anbringen von Haltegriffen (bei der Toilette).

Sind Sie unsicher, was Sie verändern können oder anpassen sollten, erhalten Sie auf Wunsch eine entsprechende Beratung bzw. Hilfe durch die zuständige Pflegekasse bzw. deren Mitarbeiter.

Pflege kann belastend sein

Wenn man ein Familienmitglied pflegt, kann das zugleich anstrengend und sehr sinnstiftend sein. Wichtig ist in jedem Fall – für beide: Pflegenden und Pflegebedürftigen –, dass der Pflegende körperlich und psychisch gesund bleibt und sich die Energie und Kraft bewahrt, um sich auch künftig kümmern zu können. Deshalb ist es für pflegende Angehörige enorm wichtig, sich selbst im Blick zu haben. Das bezieht sich nicht nur auf die psychologischen Aspekte: So sollte man sich als Pflegender immer ausreichend Auszeit nehmen und Freiräume erhalten. Es geht ebenso um körperliche Belastungen im pflegerischen Alltag: So sollte der Pflegende z.B. beim Lagern und Waschen ständig auf die eigene Haltung und den Rücken achten. Beachtet man solche „Kleinigkeiten“ nicht, führt dies oftmals zu Problemen, die eine weitere Hilfe für den Betroffenen stark einschränken können.

Weiterführende Links

Informationen zur Pflege vom Krebsinformationsdienst:
www.krebsinformationsdienst.de/leben/pflege/index.php

Informationen zu häuslicher Krankenpflege vom Bundesministerium für Gesundheit:
www.bundesgesundheitsministerium.de/service/begriffe-von-a-z/h/haeusliche-krankenpflege.html

Informationen zur Pflegeversicherung vom Bundesministerium für Gesundheit: www.bmg.bund.de/themen/pflege/pflegeversicherung.html

Informationen zur Pflege vom Krebsinformationsdienst:
www.krebsinformationsdienst.de/leben/pflege/index.php

Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland berät am Telefon und unter www.patientenberatung.de in mehreren Sprachen in allen sozialrechtlichen Fragen.

Privatversicherte können sich bei COMPASS in allen Fragen zur Kranken- und Pflegeversicherung beraten lassen: www.compass-pflegeberatung.de

Ein umfassender Überblick über die Leistungen der Sozialversicherung wird im Ratgeber „Sozialleistungen bei Krebserkrankungen“ der Berliner Krebsgesellschaft gegeben: www.berliner-krebsgesellschaft.de/leben-mit-krebs/patientenratgeber-bestellen

Konkrete Hilfestellung und Beratung bei Vorbereitung und Organisation rund um die Pflege bieten Pflegestützpunkte. Hier finden Sie auch Kontakt zu Pflegeberater*innen der Krankenkassen. Hier finden Sie alle gelisteten Pflegestützpunkte in Deutschland: www.zqp.de/beratung-pflege